Home Foren Fastnacht im Brennpunkt Von Schaumküssen und Paprikaschnitzeln

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    Vera Jovic-Burger
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    Als ich Kind war, hießen Schaumküsse noch Mohrenköpfe, und das Paprikaschnitzel war ein Zigeunerschnitzel.

    Damals lief ich auch das einzige Mal in meinem Leben bei einem Umzug mit, und zwar als “Negerle” mit Baströckchen, auch die Verkleidung als Indianer oder Zigeuner stand neben den Klassikern wie Clown oder Cowboy hoch im Kurs.

    Nun hat sich die Welt weiter gedreht, und zwischenzeitlich wurde erkannt, dass einige Bezeichnungen für unterschiedliche ethnische Gruppen sehr negativ besetzt sind. Heute gibt es Sinti und Roma und Farbige, alte Bezeichnungen sind aus vielfältigen Gründen ein No-Go.

    Das Bewusstsein schärft sich dafür, dass durch die fastnächtliche Verkleidung Klischees bedient werden, die als Beleidigung aufgefasst werden können, auch wenn sie keinesfalls als solche gemeint sind, aber zumindest einer Gedankenlosigkeit entspringen.

    Ich stelle mir nun die Frage: Wo ist die Grenze? Was ist beleidigend, was ist Humor? Wieviel muss “der andere” aushalten?

    #5684
    Saray Paredes Zavala
    Teilnehmer
    Beitragsanzahl: 2

    Hallo,

    das ist eine schwierige Frage, bei der man mit etwas Fingerspitzengefühl vorgehen muss. Oft ist es ja so, dass die “Betroffenen” am lautesten über solche Witze lachen – und die eigentlich Unbeteiligten entsetzt daneben stehen. Andererseits sind Menschen, die ständig mit Vorurteilen zu kämpfen haben, verständlicherweise manchmal auch sehr sensibel was solche Dinge angeht.

    Sich z.B. als Indianer oder Massai zu verkleiden ist wahrscheinlich kein Problem. Das Wort “Neger” oder ähnliches sollte man vielleicht aber weglassen – das stört mittlerweile, nämlich wirklich viele Menschen.

    ‘Jedem zur Freud` und niemand zu Leid!’

    – muss man sich hier zu Herzen nehmen.

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