Abstauben am Dreikönigstag: „’s goht dagege!“

Abstauben am Dreikönigstag: „’s goht dagege!“

„Die eigentlichen Vorbereitungen für die Fastnacht beginnen am Dreikönigstag, wo die Narren zum ersten Mal ihre Hanseltruhen öffnen, das Hanselhäs ‚abstauben‘ und das Geschell erklingen lassen.“ Mit diesen Worten beschrieb Oskar Eisele, langjähriger Redakteur des Narrenblatts „D’ Hoorig Katz“, in den 1950er-Jahren den zeremoniellen Beginn der Fastnachtszeit in seiner Heimatstadt Schramberg.

Als rund 20 Jahre später, am Dreikönigstag 1979, der frühere Präsident der Narrenzunft Schramberg, Josef Fix, im Haus seines Nachfolgers Josef Grüner die feierliche Handlung vornahm, hatte sich an diesem Ritual nichts geändert. In der geöffneten Hanseltruhe präsentieren sich die wichtigsten Schramberger Narrentypen: zwei Hansel mit ihrem Knebelbart, dazwischen die unverkennbare Larve des „Da-Bach-Na-Fahrers“. Vor der Truhe liegt eine Narro-Larve; im Hintergrund halb verdeckt ist der Brüele, der stets traurige Narr mit seinem Strohhut, zu sehen.

Das Abstauben am 6. Januar ist eine der symbolischen Handlungen, mit denen im schwäbisch-alemannischen Bereich die Fastnachtszeit beginnt. Der geografische Schwerpunkt dieses Brauchs liegt am oberen Neckar zwischen Schwarzwald und Schwäbischer Alb mit Narrennestern wie Rottweil, Schramberg oder Schwenningen. Larven und Kleidle bzw. Masken und Häser müssen von den Ablagerungen der fastnachtslosen Zeit befreit werden; auch ihre Besitzer werden närrisch eingestimmt. Gleich ob dies im Rahmen eines Hausbesuchs durch eigens bestimmte Abstauber (Rottweil) bzw. durch Vertreter des Elferrats (Schramberg) geschieht oder, wie in Schwenningen, im Rahmen einer Saalveranstaltung mit närrischem Beiprogramm ‒ alle Beteiligten sind sich in froher Erwartung einig: Die Fastnacht ist nicht mehr weit, “’s goht dagege!“

2020-02-12T08:37:57+00:007. Januar 2020|

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