Fastnacht und Karneval2020-06-17T15:45:14+00:00

Fastnacht und Karneval

Fastnacht und Karneval

Spott über Gott und die Welt

Lachender Narr, Gemälde von Jacob Cornelisz van Oostsanen, um 1500, Wellesley, David Museum at Wellesley College

In der Zeit Sebastian Brants galt der Narr noch als eine apokalyptische, dem Teufel nahestehende und damit angstmachende Erscheinung. So zeigt ihn etwa ein um 1500 entstandenes Gemälde des Niederländers Cornelisz van Oostsanen – als einen Sonderling, der mit bitterem Grinsen durch die Finger sieht. Ein gutes Menschenalter später nahm der Typus des Narren jedoch mehr und mehr humoreske Züge an, ja er gewann sogar die Attitüde einer gelösten Heiterkeit. In der Bildtradition wandelte sich das sarkastische Lachen des einstigen Spötters über Gott und die Welt in ein verschmitztes Lächeln, und die frühen Darstellungen grimassierend höhnender Toren wichen deutlich freundlicheren Porträts schmunzelnder Individuen mit der offensichtlichen Fähigkeit zur Selbstironie.

Lachender Narr, Gemälde von Jacob Cornelisz van Oostsanen, um 1500, Wellesley, David Museum at Wellesley College

In der Zeit Sebastian Brants galt der Narr noch als eine apokalyptische, dem Teufel nahestehende und damit angstmachende Erscheinung. So zeigt ihn etwa ein um 1500 entstandenes Gemälde des Niederländers Cornelisz van Oostsanen – als einen Sonderling, der mit bitterem Grinsen durch die Finger sieht. Ein gutes Menschenalter später nahm der Typus des Narren jedoch mehr und mehr humoreske Züge an, ja er gewann sogar die Attitüde einer gelösten Heiterkeit. In der Bildtradition wandelte sich das sarkastische Lachen des einstigen Spötters über Gott und die Welt in ein verschmitztes Lächeln, und die frühen Darstellungen grimassierend höhnender Toren wichen deutlich freundlicheren Porträts schmunzelnder Individuen mit der offensichtlichen Fähigkeit zur Selbstironie.

Lachen über sich selbst

Lachender Narr, Gemälde von Jacob Cornelisz van Oostsanen, um 1500, Wellesley, David Museum at Wellesley College

Fast exakt ein Jahrhundert nach Sebastian Brant, zwischen 1590 und 1600, schuf ebenfalls in den Niederlanden Hendrik Gotzius einen Kupferstich, der explizit das Lachen des Narren thematisierte und die Frage stellte, warum und worüber der inzwischen entdämonisierte Narr eigentlich lachte bzw. lachen sollte. Die Bildunterschrift „Tis om te lachen“ klingt wie eine Aufforderung an den Betrachter, genau hinzuschauen. In gekonnter Strichführung blickt uns aus der Graphik ein süffisant schmunzelndes Schalksgesicht entgegen, dessen vergnügte Mimik mit den glänzenden, leicht zugekniffenen Augen unwillkürlich ansteckend wirkt. Hier geht es nicht mehr um das Hohngelächter über andere, sondern um die Einladung zum Lachen miteinander und zweifellos auch um den Mut zum Lachenkönnen über sich selbst. Das ist eine grundlegend neue Auffassung vom Wesen der Narrheit.

Lachender Narr mit Marotte, Stich von Jan Saenredam nach Hendrik Goltzius, Niederlande 1590/1600, Amsterdam, Rijksprentenkabinett RP-P-1882-A-6203

In der Zeit Sebastian Brants galt der Narr noch als eine apokalyptische, dem Teufel nahestehende und damit angstmachende Erscheinung. So zeigt ihn etwa ein um 1500 entstandenes Gemälde des Niederländers Cornelisz van Oostsanen – als einen Sonderling, der mit bitterem Grinsen durch die Finger sieht. Ein gutes Menschenalter später nahm der Typus des Narren jedoch mehr und mehr humoreske Züge an, ja er gewann sogar die Attitüde einer gelösten Heiterkeit. In der Bildtradition wandelte sich das sarkastische Lachen des einstigen Spötters über Gott und die Welt in ein verschmitztes Lächeln, und die frühen Darstellungen grimassierend höhnender Toren wichen deutlich freundlicheren Porträts schmunzelnder Individuen mit der offensichtlichen Fähigkeit zur Selbstironie. Fast exakt ein Jahrhundert nach Sebastian Brant, zwischen 1590 und 1600, schuf ebenfalls in den Niederlanden Hendrik Gotzius einen Kupferstich, der explizit das Lachen des Narren thematisierte und die Frage stellte, warum und worüber der inzwischen entdämonisierte Narr eigentlich lachte bzw. lachen sollte. Die Bildunterschrift „Tis om te lachen“ klingt wie eine Aufforderung an den Betrachter, genau hinzuschauen.

Humor als Gabe des Narren

Lachender Narr mit Marotte, Detail, Stich von Jan Saenredam nach Hendrik Goltzius, Niederlande 1590/1600, Amsterdam, Rijksprentenkabinett RP-P-1882-A-6203

Den Schlüssel zum Verständnis des Bildes liefert das Szepter des Narren, seine Marotte, deren Köpfchen mit der gefältelten Hauskrause das Abbild ihres Trägers ist. Während dieser die Miniaturausgabe seiner selbst fast wie ein Kind im Arm hält, streckt ihm sein ebenfalls lachendes Konterfei die Zunge heraus. Und indem der große Narr wiederum seinerseits lachend mit dem Finger darauf hinweist, werden die Worte der Bildunterschrift seine eigenen: „Tis om te lachen.“ Hier zeigt sich der gewandelte Typus des Narren an der Schwelle zum Barock: Vom Ignoranten der göttlichen Ordnung, der er bei Sebastian Brant noch gewesen war, wird er jetzt zum Träger einer humorvollen Weltsicht, mit der er anderen und sich selbst begegnet.

Lachender Narr mit Marotte, Detail, Stich von Jan Saenredam nach Hendrik Goltzius, Niederlande 1590/1600, Amsterdam, Rijksprentenkabinett RP-P-1882-A-6203

Den Schlüssel zum Verständnis des Bildes liefert das Szepter des Narren, seine Marotte, deren Köpfchen mit der gefältelten Hauskrause das Abbild ihres Trägers ist. Während dieser die Miniaturausgabe seiner selbst fast wie ein Kind im Arm hält, streckt ihm sein ebenfalls lachendes Konterfei die Zunge heraus. Und indem der große Narr wiederum seinerseits lachend mit dem Finger darauf hinweist, werden die Worte der Bildunterschrift seine eigenen: „Tis om te lachen.“ Hier zeigt sich der gewandelte Typus des Narren an der Schwelle zum Barock: Vom Ignoranten der göttlichen Ordnung, der er bei Sebastian Brant noch gewesen war, wird er jetzt zum Träger einer humorvollen Weltsicht, mit der er anderen und sich selbst begegnet.

Fröhliche Fastnachtsnarren

Augsburger Fastnachtsturnier mit Narren um 1480, aus: Marx Walther: Turnierbuch und Familienchronik, Bayerische Staatsbibliothek Cgm 1930, Augsburg 1506 – 1511

Das neue, freundlich-humorvolle Narrenbild blieb auch nicht ohne Einfluss auf die Gestaltung der Fastnacht, deren Zentralfigur der Narr nach wie vor war. Dort wurden die überkommenen öffentlichen Rituale wie Turniere, Maskenumgänge oder Zunfttänze spätestens ab der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert vermehrt durch spontane Formen der Geselligkeit und des Fröhlichseins ergänzt, die einfach nur auf Spaß und Lachen zielten.

Augsburger Fastnachtsturnier mit Narren um 1480, aus: Marx Walther: Turnierbuch und Familienchronik, Bayerische Staatsbibliothek Cgm 1930, Augsburg 1506 – 1511

Das neue, freundlich-humorvolle Narrenbild blieb auch nicht ohne Einfluss auf die Gestaltung der Fastnacht, deren Zentralfigur der Narr nach wie vor war. Dort wurden die überkommenen öffentlichen Rituale wie Turniere, Maskenumgänge oder Zunfttänze spätestens ab der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert vermehrt durch spontane Formen der Geselligkeit und des Fröhlichseins ergänzt, die einfach nur auf Spaß und Lachen zielten.

Sich verbergen im Südwesten

Narren in der schwäbisch alemannischen Fastnacht: Fridingen. Foto: Ralf Siegele, www.ralfsiegele.de

In den heutigen Fastnachtsgepflogenheiten des deutschsprachigen Raums sind ungehemmte Lebensfreude, Spontaneität und Lachen regional sehr unterschiedlich verteilt. Insbesondere die schwäbisch-alemannische Fasnet macht durch die Vollmaskierung ihrer Akteure bei den Straßenumzügen einen eher verhaltenen Eindruck und ist weit entfernt von überbordender Fröhlichkeit. Die hinter Holzlarven verborgenen Gesichter der Narren geben den Zuschauern Rätsel auf und wirken auf Erstbesucher mitunter sogar leicht befremdlich. Statt Jubel, Trubel, Heiterkeit ist es hier mehr die Faszination des Andersseins und die Würde einer langen Tradition, was den Reiz des Geschehens ausmacht. Erst wenn die vermummten Narren mit den nicht Maskierten in Kontakt treten und sich allerlei verunsichernde Zwiegespräche zwischen Bekannt und Unbekannt entwickeln, kommen der Humor und die witzigen Seiten dieser Art der Fastnacht zum Vorschein.

Narren in der schwäbisch.alemannischen Fastnacht:Fridingen. Foto: Ralf Siegele, www.ralfsiegele.de

In den heutigen Fastnachtsgepflogenheiten des deutschsprachigen Raums sind ungehemmte Lebensfreude, Spontaneität und Lachen regional sehr unterschiedlich verteilt. Insbesondere die schwäbisch-alemannische Fasnet macht durch die Vollmaskierung ihrer Akteure bei den Straßenumzügen einen eher verhaltenen Eindruck und ist weit entfernt von überbordender Fröhlichkeit. Die hinter Holzlarven verborgenen Gesichter der Narren geben den Zuschauern Rätsel auf und wirken auf Erstbesucher mitunter sogar leicht befremdlich. Statt Jubel, Trubel, Heiterkeit ist es hier mehr die Faszination des Andersseins und die Würde einer langen Tradition, was den Reiz des Geschehens ausmacht. Erst wenn die vermummten Narren mit den nicht Maskierten in Kontakt treten und sich allerlei verunsichernde Zwiegespräche zwischen Bekannt und Unbekannt entwickeln, kommen der Humor und die witzigen Seiten dieser Art der Fastnacht zum Vorschein.

Sich zeigen im Rheinland

Jecken im rheinischen Karneval: Köln, Foto: dpa

Ganz anders als der alemannische Mummenschanz präsentiert sich der rheinische Karneval. Hauptsächlich durch das Fehlen der Vollmaskierung, vielleicht aber auch mitbedingt durch eine Mentalitätsdifferenz, die Süddeutschen ein eher verschlossenes Wesen, Rheinländern dagegen das Stereotyp der „Frohnatur“ zuschreibt, herrscht im Karneval mehr spontane Fröhlichkeit. Hier gehen die Menschen offener aufeinander zu, ist die Distanz zwischen den Akteuren und dem ebenfalls kostümierten Publikum geringer, sind Emotionen erlaubt, darf gelacht, geweint und geküsst werden. Ganz zu schweigen von den vielen Tonnen Süßigkeiten, die bei den Rosenmontagszügen von den Wagen herab auf die Menschen am Straßenrand regnen. Von Brauchtumspflegern des Südens wurde die Ausgelassenheit rheinischen Feierns vor allem im 20. Jahrhundert oft kritisch kommentiert. In einer paradoxen Mischung aus gleichzeitigem Überlegenheits- und Unterlegenheitsgefühl behaupteten selbst Volkskundler, dass im Gegensatz zur „altüberlieferten“ alemannischen Fastnacht der rheinische Karneval traditionslos, oberflächlich und nur ein seichtes Großstadtvergnügen sei. Angesichts solcher Behauptungen soll hier ein Überblick gegeben werden, wie sich Fastnacht und Karneval tatsächlich zueinander verhalten und wie sich beide entwickelt haben.

Ein Schantle beim Aufsagen am Fasnetsmontagmorgen. Archiv-Foto vom NRWZ: Detlef Bernd

Ganz anders als der alemannische Mummenschanz präsentiert sich der rheinische Karneval. Hauptsächlich durch das Fehlen der Vollmaskierung, vielleicht aber auch mitbedingt durch eine Mentalitätsdifferenz, die Süddeutschen ein eher verschlossenes Wesen, Rheinländern dagegen das Stereotyp der „Frohnatur“ zuschreibt, herrscht im Karneval mehr spontane Fröhlichkeit. Hier gehen die Menschen offener aufeinander zu, ist die Distanz zwischen den Akteuren und dem ebenfalls kostümierten Publikum geringer, sind Emotionen erlaubt, darf gelacht, geweint und geküsst werden. Ganz zu schweigen von den vielen Tonnen Süßigkeiten, die bei den Rosenmontagszügen von den Wagen herab auf die Menschen am Straßenrand regnen. Von Brauchtumspflegern des Südens wurde die Ausgelassenheit rheinischen Feierns vor allem im 20. Jahrhundert oft kritisch kommentiert. In einer paradoxen Mischung aus gleichzeitigem Überlegenheits- und Unterlegenheitsgefühl behaupteten selbst Volkskundler, dass im Gegensatz zur „altüberlieferten“ alemannischen Fastnacht der rheinische Karneval traditionslos, oberflächlich und nur ein seichtes Großstadtvergnügen sei. Angesichts solcher Behauptungen soll hier ein Überblick gegeben werden, wie sich Fastnacht und Karneval tatsächlich zueinander verhalten und wie sich beide entwickelt haben.

Unkenntlichkeit als altes Spiel

Fastnächtliche Maskengestalten im späten 16. Jahrhundert, Monatsbild Februar (Detail), Stich von Crispijn van de Passe nach Marten de Vos, Antwerpen 1580/90, Amsterdam, Rijksprentenkabinett, RP-P-OB 15.842

Über Jahrhunderte hinweg waren die Erscheinungsformen der Fastnacht von den Niederlanden bis an den Alpenrand sehr ähnlich. Außer dem Typus des Narren, der zu seinem Eselsohrengewand keine Gesichtsmaske trug, galt für den Großteil der Akteure das Prinzip der Vollmaskierung und Unkenntlichkeit, wie es inzwischen nur noch in Süddeutschland üblich ist. Ein in Antwerpen entstandener Kupferstich aus den 1580er-Jahren, der in einer Serie von Monatsbildern den Februar visualisiert, zeigt eine fastnächtliche Maskengruppe mit verborgener Identität beim Besuch eines vornehmen Paares. Ganz ähnliche „Vastenavond“-Gesichtsmasken finden sich übrigens auch schon ein paar Jahrzehnte früher auf Bildern des flämischen Malers Pieter Bruegel.

Fastnächtliche Maskengestalten im späten 16. Jahrhundert, Monatsbild Februar (Detail), Stich von Crispijn van de Passe nach Marten de Vos, Antwerpen 1580/90, Amsterdam, Rijksprentenkabinett, RP-P-OB 15.842

 

Über Jahrhunderte hinweg waren die Erscheinungsformen der Fastnacht von den Niederlanden bis an den Alpenrand sehr ähnlich. Außer dem Typus des Narren, der zu seinem Eselsohrengewand keine Gesichtsmaske trug, galt für den Großteil der Akteure das Prinzip der Vollmaskierung und Unkenntlichkeit, wie es inzwischen nur noch in Süddeutschland üblich ist. Ein in Antwerpen entstandener Kupferstich aus den 1580er-Jahren, der in einer Serie von Monatsbildern den Februar visualisiert, zeigt eine fastnächtliche Maskengruppe mit verborgener Identität beim Besuch eines vornehmen Paares. Ganz ähnliche „Vastenavond“-Gesichtsmasken finden sich übrigens auch schon ein paar Jahrzehnte früher auf Bildern des flämischen Malers Pieter Bruegel.

Vor 1800: Masken in Nord und Süd

Maskierte bei einem Kölner Maskenball, Illustration aus dem Stammbuch des Kölner Bürgers Moses Valens, zwischen 1606 und 1616, London, British Library, Ms. Add. 18991m fol. 11

Das einzige bisher bekannte Bildzeugnis des Kölner Fastelovend-Treibens vor 1800 bestätigt, dass Gesichtsmasken auch am Niederrhein gang und gäbe waren. Die besagte Darstellung aus dem Stammbaum des Kölner Bürgers Moses Valens vom Anfang des 17. Jahrhunderts zeigt den Auftritt von vier edlen Maskengestalten bei vornehmen Leuten in einem Kölner Patrizierhaus. Zwar nicht durch Bilder, aber durch Berichte ist bezeugt, dass Vollmaskierungen auch die Kölner Straßenfastnacht prägten. Dort waren es vor allem Rotten junger Handwerker, in Köln „Banden“ genannt, die unter freiem Himmel das „Mommen“ praktizierten, die also vermummt herumzogen und dabei allerlei Schabernack und Unfug trieben. Ein gewisser Unterschied zwischen den rheinischen und den süddeutschen Vermummungen scheint lediglich darin bestanden zu haben, dass im Süden viele Maskenkleider spätestens seit dem 18. Jahrhundert mit großen Schellenriemen behängt waren, was man im niederdeutschen Raum offenbar weniger kannte.

Maskierte bei einem Kölner Maskenball, Illustration aus dem Stammbuch des Kölner Bürgers Moses Valens, zwischen 1606 und 1616, London, British Library, Ms. Add. 18991m fol. 11

Das einzige bisher bekannte Bildzeugnis des Kölner Fastelovend-Treibens vor 1800 bestätigt, dass Gesichtsmasken auch am Niederrhein gang und gäbe waren. Die besagte Darstellung aus dem Stammbaum des Kölner Bürgers Moses Valens vom Anfang des 17. Jahrhunderts zeigt den Auftritt von vier edlen Maskengestalten bei vornehmen Leuten in einem Kölner Patrizierhaus. Zwar nicht durch Bilder, aber durch Berichte ist bezeugt, dass Vollmaskierungen auch die Kölner Straßenfastnacht prägten. Dort waren es vor allem Rotten junger Handwerker, in Köln „Banden“ genannt, die unter freiem Himmel das „Mommen“ praktizierten, die also vermummt herumzogen und dabei allerlei Schabernack und Unfug trieben. Ein gewisser Unterschied zwischen den rheinischen und den süddeutschen Vermummungen scheint lediglich darin bestanden zu haben, dass im Süden viele Maskenkleider spätestens seit dem 18. Jahrhundert mit großen Schellenriemen behängt waren, was man im niederdeutschen Raum offenbar weniger kannte.

Napoleon als Spaßbremse

Napoleon Bonaparte überquert die Alpen am Großen Sankt Bernhard, Gemälde von Jacques-Louis David, 1800, Rueil-Malmaison, Musée nationale du Château de Malmaison

Sowohl im Rheinland als auch im süddeutschen Raum geriet gegen Ende des 18. Jahrhunderts der fastnächtliche Übermut der maskierten Handwerksburschen auf den Straßen zunehmend in Verruf. Vor allem Vertreter der Aufklärung machten gegen das ihrer Meinung nach nicht mehr zeitgemäße Treiben Front, weil es „gesitteter Bürger nicht würdig“ sei. – Die große Zäsur aber brachten die kriegerischen Auswirkungen der Französischen Revolution und der Eingriff Napoleons in die europäische Geschichte. Schon 1794 wurde Köln durch Truppen der französischen Revolutionsarmee besetzt. Mit dem Ende des Heiligen Römischen Reichs 1806 gewann das napoleonische Frankreich durch den Rheinbund dann de facto auch die Oberhand über den rechtsrheinischen Raum. Ebenfalls weitreichende territoriale Veränderungen gab es unter Napoleon im Südwesten Deutschlands. Durch Gebietsausgleich, Säkularisierung und Mediatisierung wurden aus Württemberg und Baden quasi über Nacht Flächenstaaten mit mächtig erstarkten Potentaten von Napoleons Gnaden. All diese Umwälzungen blieben natürlich auch nicht ohne Folgen für die Popularkultur der neuen Herrschaftsgebiete, nicht zuletzt für die Fastnacht.

Napoleon Bonaparte überquert die Alpen am Großen Sankt Bernhard, Gemälde von Jacques-Louis David, 1800, Rueil-Malmaison, Musée nationale du Château de Malmaison

Sowohl im Rheinland als auch im süddeutschen Raum geriet gegen Ende des 18. Jahrhunderts der fastnächtliche Übermut der maskierten Handwerksburschen auf den Straßen zunehmend in Verruf. Vor allem Vertreter der Aufklärung machten gegen das ihrer Meinung nach nicht mehr zeitgemäße Treiben Front, weil es „gesitteter Bürger nicht würdig“ sei. – Die große Zäsur aber brachten die kriegerischen Auswirkungen der Französischen Revolution und der Eingriff Napoleons in die europäische Geschichte. Schon 1794 wurde Köln durch Truppen der französischen Revolutionsarmee besetzt. Mit dem Ende des Heiligen Römischen Reichs 1806 gewann das napoleonische Frankreich durch den Rheinbund dann de facto auch die Oberhand über den rechtsrheinischen Raum. Ebenfalls weitreichende territoriale Veränderungen gab es unter Napoleon im Südwesten Deutschlands. Durch Gebietsausgleich, Säkularisierung und Mediatisierung wurden aus Württemberg und Baden quasi über Nacht Flächenstaaten mit mächtig erstarkten Potentaten von Napoleons Gnaden. All diese Umwälzungen blieben natürlich auch nicht ohne Folgen für die Popularkultur der neuen Herrschaftsgebiete, nicht zuletzt für die Fastnacht.

Karnevalsverbot in Köln

Verbot aller Karnevalsveranstaltungen in Köln durch den französischen Stadtkommandanten Daurier am 12. Februar 1795

Schon der erste Fastelovend in Köln nach der Besetzung der Stadt durch die Franzosen am 6. Oktober 1794 geriet durch die Restriktionen des neuen Regimes massiv unter Druck: Am 12. Februar 1795 erließ der französische Stadtkommandant Daurier ein striktes Verbot jeglichen Maskenlaufens auf den Straßen und in den Gassen. Hiervon waren insbesondere die jungen Handwerksgesellen betroffen, deren traditionelles „Mommen“ unter freiem Himmel damit ein jähes Ende fand. Für wohlhabende Kölner hingegen gab es schon bald erste Ausnahmegenehmigungen zur Durchführung von Maskenbällen in Sälen. Unter Auflagen und gegen Entrichtung einer hohen Maskensteuer, deren Erlös nach dem Willen der Besatzer in die Armenpflege floss, durften Ballveranstaltungen in geschlossenen Räumen stattfinden. Damit reduzierte sich das Maskentragen auf die eleganten Gesellschaftsereignisse des gehobenen Bürgertums, während der bodenständige Straßenkarneval und der Mummenschanz der einfachen Leute unter freiem Himmel praktisch erloschen.

Verbot aller Karnevalsveranstaltungen in Köln durch den französischen Stadtkommandanten Daurier am 12. Februar 1795

Schon der erste Fastelovend in Köln nach der Besetzung der Stadt durch die Franzosen am 6. Oktober 1794 geriet durch die Restriktionen des neuen Regimes massiv unter Druck: Am 12. Februar 1795 erließ der französische Stadtkommandant Daurier ein striktes Verbot jeglichen Maskenlaufens auf den Straßen und in den Gassen. Hiervon waren insbesondere die jungen Handwerksgesellen betroffen, deren traditionelles „Mommen“ unter freiem Himmel damit ein jähes Ende fand. Für wohlhabende Kölner hingegen gab es schon bald erste Ausnahmegenehmigungen zur Durchführung von Maskenbällen in Sälen. Unter Auflagen und gegen Entrichtung einer hohen Maskensteuer, deren Erlös nach dem Willen der Besatzer in die Armenpflege floss, durften Ballveranstaltungen in geschlossenen Räumen stattfinden. Damit reduzierte sich das Maskentragen auf die eleganten Gesellschaftsereignisse des gehobenen Bürgertums, während der bodenständige Straßenkarneval und der Mummenschanz der einfachen Leute unter freiem Himmel praktisch erloschen.

Fastnachtsverbot in Baden

 

Generalverbot aller Fastnachtsveranstaltungen durch die Großherzoglich Badische Regierung des Oberrheins am 16. März 1809

Eine ganz ähnliche Entwicklung gab es in Südwestdeutschland, wo die Straßenfastnacht bis zum Ende des 18. Jahrhunderts ebenfalls weitgehend in der Hand der jungen Gesellen lag. Nachdem sich auch hier schon in vornapoleonischer Zeit aufklärerische Stimmen, bestärkt durch die Reformen Kaiser Josephs II., kritisch zu dem nicht mehr zeitgemäßen Spektakel des Narrentreibens geäußert hatten, sank das Ansehen der Fastnacht rapide. Den Schlussstrich zog schließlich im Januar 1809 zunächst die Regierung von Württemberg, drei Jahre zuvor durch Napoleon zum Königreich erhoben, und wenige Wochen später auch die Regierung von Baden, das zum Großherzogtum aufgestiegen war. Beide Administrationen erließen je ein unbegrenzt gültiges Generalverbot sämtlicher Formen der Straßenfastnacht, was praktisch das Aus für alle närrischen Traditionen bedeutete.

Generalverbot aller Fastnachtsveranstaltungen durch die Großherzoglich Badische Regierung des Oberrheins am 16. März 1809

Eine ganz ähnliche Entwicklung gab es in Südwestdeutschland, wo die Straßenfastnacht bis zum Ende des 18. Jahrhunderts ebenfalls weitgehend in der Hand der jungen Gesellen lag. Nachdem sich auch hier schon in vornapoleonischer Zeit aufklärerische Stimmen, bestärkt durch die Reformen Kaiser Josephs II., kritisch zu dem nicht mehr zeitgemäßen Spektakel des Narrentreibens geäußert hatten, sank das Ansehen der Fastnacht rapide. Den Schlussstrich zog schließlich im Januar 1809 zunächst die Regierung von Württemberg, drei Jahre zuvor durch Napoleon zum Königreich erhoben, und wenige Wochen später auch die Regierung von Baden, das zum Großherzogtum aufgestiegen war. Beide Administrationen erließen je ein unbegrenzt gültiges Generalverbot sämtlicher Formen der Straßenfastnacht, was praktisch das Aus für alle närrischen Traditionen bedeutete.

Gerettete Fastnachtsschätze

Alte Fastnachtslarve (sog. „Harzer“) aus Schömberg, spätes 18. Jh., Foto: Ralf Siegele www.ralfsiegele.de

Da sich die südwestdeutschen Hochburgen der Fastnacht ihren neuen Landesherrn oft nur widerwillig fügten, kam es in den Folgejahren zwar wiederholt zu Verstößen gegen die Verbote, was aber insgesamt nichts daran änderte, dass die traditionelle Fastnacht in der Agonie lag. Nach jeder Unbotmäßigkeit ging in der Bevölkerung die Angst vor Sanktionen um. Vielerorts wurden alte Masken in entlegenen Winkeln der Häuser versteckt, weil man Sorge hatte, sie könnten durch die Polizei konfisziert werden. So erging es auch dieser Schömberger Larve, dem sogenannten „Alten Harzer“, aus dem späten 18. Jahrhundert. Sie tauchte erst Jahre nach ihrem Verschwinden hinter dem Kamin eines Bauernhaues wieder auf und gehört heute zu den ältesten erhaltenen Zeugnissen der Schömberger Fasnet.

Alte Fastnachtslarve (sog. „Harzer“) aus Schömberg, spätes 18. Jh., Foto: Ralf Siegele, www.ralfsiegele.de

Da sich die südwestdeutschen Hochburgen der Fastnacht ihren neuen Landesherrn oft nur widerwillig fügten, kam es in den Folgejahren zwar wiederholt zu Verstößen gegen die Verbote, was aber insgesamt nichts daran änderte, dass die traditionelle Fastnacht in der Agonie lag. Nach jeder Unbotmäßigkeit ging in der Bevölkerung die Angst vor Sanktionen um. Vielerorts wurden alte Masken in entlegenen Winkeln der Häuser versteckt, weil man Sorge hatte, sie könnten durch die Polizei konfisziert werden. So erging es auch dieser Schömberger Larve, dem sogenannten „Alten Harzer“, aus dem späten 18. Jahrhundert. Sie tauchte erst Jahre nach ihrem Verschwinden hinter dem Kamin eines Bauernhaues wieder auf und gehört heute zu den ältesten erhaltenen Zeugnissen der Schömberger Fasnet.

Veredelter Kölner Neubeginn

Festordnendes Komitee in Köln 1823, Kolorierte Zeichnung, Köln, Farina Archiv

In jenem schwierigen ersten Viertel des 19. Jahrhundert, in dem der Fortbestand der Fastnacht im gesamten deutschen Sprachraum auf der Kippe stand, ging von Köln ein entscheidender Anstoß zur Rettung der alten Traditionen mit zeitgemäßen Veränderungen aus. 1823, als nach dem Abzug der Franzosen bereits seit sieben Jahren die Preußen die neuen Stadtherren waren, taten sich einige Kölner Honoratioren zusammen und entwickelten eine veredelte Art der Festgestaltung in romantischen Formen. Binnen weniger Wochen organisierten sie für den Fastnachtsmontag des besagten Jahres einen Umzug völlig neuen Stils mit bildungsbürgerlicher Ästhetik. Dieser war zwar kurz, aber als an die Historie anknüpfender Neuanfang von durchschlagendem Erfolg. Das Organisationskollegium, dessen Mitglieder alle noch namentlich bekannt sind, nannte sich schon ein Jahr später „Festordnendes Komitee“ und war der Ursprung des heutigen Festkomitees Kölner Karneval.

Festordnendes Komitee in Köln 1823, Kolorierte Zeichnung, Köln, Farina Archiv

In jenem schwierigen ersten Viertel des 19. Jahrhundert, in dem der Fortbestand der Fastnacht im gesamten deutschen Sprachraum auf der Kippe stand, ging von Köln ein entscheidender Anstoß zur Rettung der alten Traditionen mit zeitgemäßen Veränderungen aus. 1823, als nach dem Abzug der Franzosen bereits seit sieben Jahren die Preußen die neuen Stadtherren waren, taten sich einige Kölner Honoratioren zusammen und entwickelten eine veredelte Art der Festgestaltung in romantischen Formen. Binnen weniger Wochen organisierten sie für den Fastnachtsmontag des besagten Jahres einen Umzug völlig neuen Stils mit bildungsbürgerlicher Ästhetik. Dieser war zwar kurz, aber als an die Historie anknüpfender Neuanfang von durchschlagendem Erfolg. Das Organisationskollegium, dessen Mitglieder alle noch namentlich bekannt sind, nannte sich schon ein Jahr später „Festordnendes Komitee“ und war der Ursprung des heutigen Festkomitees Kölner Karneval.

Geburt des rheinischen Karnevals

Einzug des Helden Carneval im Delfin-Nachen 1824

Das Jahr 1823 war, wie sich zeigen sollte, entscheidend für das Überleben der Fastnacht im gesamten deutschsprachigen Raum, und es markiert zugleich die Geburtsstunde des „rheinischen Karnevals“. Im Zentrum des ersten Kölner Umzugs standen der Einzug von „König Carneval“ in die Stadt und seine Verheiratung mit Prinzessin Venetia. Diese Figurenkombination vereinigte quasi offiziell die „nordische“ Tradition des Fastelovend mit der südeuropäisch-italienischen, wie überhaupt von jetzt an öfter die italianisierende Bezeichnung „Carneval“ als der alte Name „Fastelovend“ gebraucht wurde. Von der Premiere 1823 sind keine Bilder überliefert, dafür aber vom Umzug des Folgejahrs 1824, wo die beiden Zentralfiguren wieder dabei waren. Das Bild zeigt in einem delfinförmigen Nachen den männlichen Hauptdarsteller, der ab dem zweiten Jahr seines Auftretens übrigens auf preußische Anweisung hin nicht mehr „König Carneval“, sondern „Held Carneval“ hieß. Dynastische Bezeichnungen, die den preußischen König verunglimpft hätten, waren unerwünscht.

Einzug des Helden Carneval im Delfin-Nachen 1824

 

Das Jahr 1823 war, wie sich zeigen sollte, entscheidend für das Überleben der Fastnacht im gesamten deutschsprachigen Raum, und es markiert zugleich die Geburtsstunde des „rheinischen Karnevals“. Im Zentrum des ersten Kölner Umzugs standen der Einzug von „König Carneval“ in die Stadt und seine Verheiratung mit Prinzessin Venetia. Diese Figurenkombination vereinigte quasi offiziell die „nordische“ Tradition des Fastelovend mit der südeuropäisch-italienischen, wie überhaupt von jetzt an öfter die italianisierende Bezeichnung „Carneval“ als der alte Name „Fastelovend“ gebraucht wurde. Von der Premiere 1823 sind keine Bilder überliefert, dafür aber vom Umzug des Folgejahrs 1824, wo die beiden Zentralfiguren wieder dabei waren. Das Bild zeigt in einem delfinförmigen Nachen den männlichen Hauptdarsteller, der ab dem zweiten Jahr seines Auftretens übrigens auf preußische Anweisung hin nicht mehr „König Carneval“, sondern „Held Carneval“ hieß. Dynastische Bezeichnungen, die den preußischen König verunglimpft hätten, waren unerwünscht.

Reichsstädtische Nostalgie

Kölner Maskenzug am Rosenmontag 1825, Kolorierter Stich von Jodocus Schlappal, Köln, Stadtmuseum, Graphische Sammlung

Im bildlich detailliert überlieferten Kölner Maskenzug von 1825 sticht eine Militärgruppe heraus: Es sind die „Kölschen Funken rot-weiß“, Komparsen in der Kleidung der alten Kölner Stadtsoldaten aus der Zeit vor 1794. Als Reminiszenz an die reichsstädtische Vergangenheit waren sie bereits bei der Premiere von 1823 bejubelt worden. Von der ersten Stunde an fehlten sie in keinem Umzug und gehören bis heute zum Kernbestand des Kölner Karnevals. Dass die Preußen ihren Auftritt trotz des strengen Verbots nicht offizieller Uniformen überhaupt zuließen, beruhte auf einer hintergründigen Entscheidung: Die Besatzer werteten die alten kölnischen Soldatenröcke in den Reichsstadtfarben rot-weiß gar nicht als Uniformen, sondern einfach als Kostüme, womit sie das frühere städtische Militär quasi zur Operettentruppe erklärten. Die Funken wiederum quittierten diese preußische Sicht hintersinnig durch Gewehrattrappen mit Blumensträußchen in den Läufen und durch komische Exerzierrituale wie „Stippeföttche“. So ironisierten letztlich beide Seiten einander. Für die Kölner selbst aber waren ihre „Funken rut-wieß“ weit weniger Parodie als Nostalgie.

Kölner Maskenzug am Rosenmontag 1825, Kolorierter Stich von Jodocus Schlappal, Köln, Stadtmuseum, Graphische Sammlung

 

Im bildlich detailliert überlieferten Kölner Maskenzug von 1825 sticht eine Militärgruppe heraus: Es sind die „Kölschen Funken rot-weiß“, Komparsen in der Kleidung der alten Kölner Stadtsoldaten aus der Zeit vor 1794. Als Reminiszenz an die reichsstädtische Vergangenheit waren sie bereits bei der Premiere von 1823 bejubelt worden. Von der ersten Stunde an fehlten sie in keinem Umzug und gehören bis heute zum Kernbestand des Kölner Karnevals. Dass die Preußen ihren Auftritt trotz des strengen Verbots nicht offizieller Uniformen überhaupt zuließen, beruhte auf einer hintergründigen Entscheidung: Die Besatzer werteten die alten kölnischen Soldatenröcke in den Reichsstadtfarben rot-weiß gar nicht als Uniformen, sondern einfach als Kostüme, womit sie das frühere städtische Militär quasi zur Operettentruppe erklärten. Die Funken wiederum quittierten diese preußische Sicht hintersinnig durch Gewehrattrappen mit Blumensträußchen in den Läufen und durch komische Exerzierrituale wie „Stippeföttche“. So ironisierten letztlich beide Seiten einander. Für die Kölner selbst aber waren ihre „Funken rut-wieß“ weit weniger Parodie als Nostalgie.

Vom Niederrhein zum Mittelrhein

Aufruf zum ersten Karnevalsumzug in Mainz 1838, Zeitungsanzeige

Die neue Form des Kölner Karnevals wurde stilprägend für das ganze Rheinland und weit darüber hinaus. Zahlreiche Städte folgten dem Beispiel Kölns:1824 Koblenz, 1825 Düsseldorf, 1826 Bonn, 1827 Düren, 1829 Aachen, 1833 Bingen und schließlich Mainz. Dort zog der „Held Carneval“ erstmals 1838 in die Stadt ein. Mit der Ausdehnung der niederrheinischen Karnevalsidee an den Mittelrhein entstand in Mainz eine weitere Hochburg, die vor allem im 20. Jahrhundert deutschlandweit von sich reden machen sollte: Seit den 1950er-Jahren profilierte sich Mainz in dem neuen Medium Fernsehen überregional durch seinen Saalkarneval, der zwar auch in den anderen Metropolen florierte, in Mainz jedoch durch die dort stark literarisch-wortgestützte Form und den relativ leicht verständlichen Dialekt weithin großen Anklang fand. Die jährliche Fernsehübertragung der Prunksitzung aus dem kurfürstlichen Schloss unter dem Titel „Mainz wie es singt und lacht“ wurde zu einer TV-Kultsendung der jungen Bundesrepublik.

Aufruf zum ersten Karnevalsumzug in Mainz 1838, Zeitungsanzeige

Die neue Form des Kölner Karnevals wurde stilprägend für das ganze Rheinland und weit darüber hinaus. Zahlreiche Städte folgten dem Beispiel Kölns:1824 Koblenz, 1825 Düsseldorf, 1826 Bonn, 1827 Düren, 1829 Aachen, 1833 Bingen und schließlich Mainz. Dort zog der „Held Carneval“ erstmals 1838 in die Stadt ein. Mit der Ausdehnung der niederrheinischen Karnevalsidee an den Mittelrhein entstand in Mainz eine weitere Hochburg, die vor allem im 20. Jahrhundert deutschlandweit von sich reden machen sollte: Seit den 1950er-Jahren profilierte sich Mainz in dem neuen Medium Fernsehen überregional durch seinen Saalkarneval, der zwar auch in den anderen Metropolen florierte, in Mainz jedoch durch die dort stark literarisch-wortgestützte Form und den relativ leicht verständlichen Dialekt weithin großen Anklang fand. Die jährliche Fernsehübertragung der Prunksitzung aus dem kurfürstlichen Schloss unter dem Titel „Mainz wie es singt und lacht“ wurde zu einer TV-Kultsendung der jungen Bundesrepublik.

Karnevalisierung des Südens

Carneval in Rottweil, Ballanzeige von 1857 im Gemeinnützigen Anzeiger

Das Vorbild des rheinischen Karnevals wirkte spätestens ab der Mitte des 19. Jahrhunderts auch bis nach Süddeutschland. Der alte, seit 1809 eigentlich verbotene Mummenschanz der jungen Handwerksgesellen war, wo er noch widerständig fortlebte, für die Obrigkeit und das Bildungsbürgertum nur noch ein Stein des Anstoßes. Die „besseren Kreise“ trafen sich an Fastnacht zu Tanzveranstaltungen, Bällen und Redouten, die sich die kleinen Leute nicht leisten konnten. In Rottweil etwa bat das Hotel Gassner 1857 für 24 Kreuzer Eintritt zum Tanz, bei dem württembergische Militärmusiker des 4. Reiterregiments aus Ludwigsburg aufspielten. Und statt „Fastnacht“ sagte man damals auch in Rottweil „Carneval“.

Festordnendes Komitee in Köln 1823, Kolorierte Zeichnung, Köln, Farina Archiv

Das Vorbild des rheinischen Karnevals wirkte spätestens ab der Mitte des 19. Jahrhunderts auch bis nach Süddeutschland. Der alte, seit 1809 eigentlich verbotene Mummenschanz der jungen Handwerksgesellen war, wo er noch widerständig fortlebte, für die Obrigkeit und das Bildungsbürgertum nur noch ein Stein des Anstoßes. Die „besseren Kreise“ trafen sich an Fastnacht zu Tanzveranstaltungen, Bällen und Redouten, die sich die kleinen Leute nicht leisten konnten. In Rottweil etwa bat das Hotel Gassner 1857 für 24 Kreuzer Eintritt zum Tanz, bei dem württembergische Militärmusiker des 4. Reiterregiments aus Ludwigsburg aufspielten. Und statt „Fastnacht“ sagte man damals auch in Rottweil „Carneval“.

Inszenierung gehobener Kreise

Carneval in Donaueschingen, Anzeige von 1864 im Verkündungsblatt

In Donaueschingen zog 1864 anstelle der früheren Narren mit Holzlarven und Schellen ebenfalls nach rheinischem Muster „Prinz Carneval“ ein, zu dessen „würdigem Empfange“ das Narren-Comitee „ergebenst“ einlud. So hieß es in der Anzeige des örtlichen Verkündungsblatts. Das war nicht mehr die Sprache der bodenständigen Handwerker, sondern die Diktion des gehobenen Bürgertums. Genau diese soziale Bevormundung aber begann den ursprünglichen Trägern der alten Fasnet schon nach wenigen Jahren zu missfallen, weil sie sich in den Inszenierungen der Honoratioren nicht wiederfanden und deren elegante Bälle und Redouten ohnedies nicht ihre Welt waren. Der bürgerlich veredelte „Carneval“ hatte zwar den Fortbestand der Fastnacht gerettet und sie quasi salonfähig gemacht, aber nach und nach reifte bei den einfacheren Leuten doch der Entschluss, wieder zu den alten Formen zurückzukehren.

Carneval in Donaueschingen, Anzeige von 1864 im Verkündungsblatt

 

In Donaueschingen zog 1864 anstelle der früheren Narren mit Holzlarven und Schellen ebenfalls nach rheinischem Muster „Prinz Carneval“ ein, zu dessen „würdigem Empfange“ das Narren-Comitee „ergebenst“ einlud. So hieß es in der Anzeige des örtlichen Verkündungsblatts. Das war nicht mehr die Sprache der bodenständigen Handwerker, sondern die Diktion des gehobenen Bürgertums. Genau diese soziale Bevormundung aber begann den ursprünglichen Trägern der alten Fasnet schon nach wenigen Jahren zu missfallen, weil sie sich in den Inszenierungen der Honoratioren nicht wiederfanden und deren elegante Bälle und Redouten ohnedies nicht ihre Welt waren. Der bürgerlich veredelte „Carneval“ hatte zwar den Fortbestand der Fastnacht gerettet und sie quasi salonfähig gemacht, aber nach und nach reifte bei den einfacheren Leuten doch der Entschluss, wieder zu den alten Formen zurückzukehren.

Gegenbewegung von unten

Früheste Fotoaufnahme einer Großgruppe von Rottweiler Narren 1871, sog. “Narrentafel”, Rottweil, Stadtmuseum

 

Die Abwendung der Handwerker vom Carneval der Honoratioren war im Südwesten mancherorts schon um die Zeit des Deutsch-Französischen Krieges erkennbar. Nachdem an Fastnacht 1871 noch keinen endgültigen Friedensvertrag gab, unterblieb alles närrische Treiben wegen des Ernsts der Zeitsituation. In Rottweil stellten sich die Besitzer von historischen Maskenkleidern 1871 wenigstens für ein Foto auf, das zum frühesten Gruppenbild des Altbestands der Rottweiler Fasnet wurde. Zu sehen sind darauf ausschließlich Larven und Gewänder, wie sie die jungen Gesellen der Stadt bereits im Barock getragen hatten – vom modischen Karneval der besseren Leute hingegen keine Spur. Zwar existierten die bildungsbürgerlichen Themenumzüge später parallel zur tradierten Fastnacht noch eine Zeitlang weiter, wurden dann aber mehr und mehr von ihr verdrängt. Mit diesem Wiedererstarken des Überkommenen endete das karnevalistische Intermezzo.

Früheste Fotoaufnahme einer Großgruppe von Rottweiler Narren 1871, sog. “Narrentafel”, Rottweil, Stadtmuseum

 

 

Die Abwendung der Handwerker vom Carneval der Honoratioren war im Südwesten mancherorts schon um die Zeit des Deutsch-Französischen Krieges erkennbar. Nachdem an Fastnacht 1871 noch keinen endgültigen Friedensvertrag gab, unterblieb alles närrische Treiben wegen des Ernsts der Zeitsituation. In Rottweil stellten sich die Besitzer von historischen Maskenkleidern 1871 wenigstens für ein Foto auf, das zum frühesten Gruppenbild des Altbestands der Rottweiler Fasnet wurde. Zu sehen sind darauf ausschließlich Larven und Gewänder, wie sie die jungen Gesellen der Stadt bereits im Barock getragen hatten – vom modischen Karneval der besseren Leute hingegen keine Spur. Zwar existierten die bildungsbürgerlichen Themenumzüge später parallel zur tradierten Fastnacht noch eine Zeitlang weiter, wurden dann aber mehr und mehr von ihr verdrängt. Mit diesem Wiedererstarken des Überkommenen endete das karnevalistische Intermezzo.

Rheinland: Festhalten am Neuen

 

Kölner Dreigestirn von 1907, Jungfrau, Prinz und Bauer (v.l.n.r.), Foto: dpa

In Köln wie im gesamten Rheinland gab es eine solche Rückkehr zum alten Mummenschanz der Zeit vor 1800 nicht. Vermutlich weil durch das rasche Bevölkerungswachstum der rheinischen Metropolen anders als in den provinziell gebliebenen Narrenstädtchen des Südwestens die früheren Trägergruppen des alten „Mommens“ nicht mehr existierten, blieb es dort bei der neuen Form des Karnevals. Seither gibt es in Deutschland zwei Arten des Feierns: Einerseits eben den rheinischen Karneval mit seiner fröhlichen Spontaneität und andererseits die etwas reservierter wirkende süddeutsche Fastnacht. Beide sind jedoch kein Gegensatz, sondern nur zwei Zweige auf ein und demselben Narrenbaum. Als wichtigstes Karnevalssymbol in Köln hatte sich dort übrigens seit 1870 das „Dreigestirn“ aus den Figuren Prinz, Bauer und Jungfrau herausgebildet. Hier das Kölner „Trifolium“ aus dem Jahr 1907.

Kölner Dreigestirn von 1907, Jungfrau, Prinz und Bauer (v.l.n.r.), Foto: dpa

 

In Köln wie im gesamten Rheinland gab es eine solche Rückkehr zum alten Mummenschanz der Zeit vor 1800 nicht. Vermutlich weil durch das rasche Bevölkerungswachstum der rheinischen Metropolen anders als in den provinziell gebliebenen Narrenstädtchen des Südwestens die früheren Trägergruppen des alten „Mommens“ nicht mehr existierten, blieb es dort bei der neuen Form des Karnevals. Seither gibt es in Deutschland zwei Arten des Feierns: Einerseits eben den rheinischen Karneval mit seiner fröhlichen Spontaneität und andererseits die etwas reservierter wirkende süddeutsche Fastnacht. Beide sind jedoch kein Gegensatz, sondern nur zwei Zweige auf ein und demselben Narrenbaum. Als wichtigstes Karnevalssymbol in Köln hatte sich dort übrigens seit 1870 das „Dreigestirn“ aus den Figuren Prinz, Bauer und Jungfrau herausgebildet. Hier das Kölner „Trifolium“ aus dem Jahr 1907.

Südwesten: Rückkehr zum Alten

 

Plakat zum ersten Narrentreffen der Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte1928  in Freiburg, entworfen von Erwin Krumm, Elzach, Bad Dürrheim, Archiv der VSAN

 

Im Südwesten erlebte die Reinszenierung der barocken Fastnachtstradition spätestens seit Beginn des 20. Jahrhunderts einen gewaltigen Aufschwung, zumal sich nun im Geist des Historismus auch die Honoratioren dafür begeisterten. Fastnacht wurde zum Inbegriff lokaler Identität, und in ehemaligen Reichsstädten zugleich zum Erinnerungsmedium an die Souveränität von einst. 1924 konstituierte sich übrigens in Villingen als Antwort auf wiederholte Verbote aus Stuttgart und Karlsruhe wegen der politisch fragilen Lage nach 1918 der älteste noch heute existierende Interessenverband der Fastnacht in Deutschland, die Vereinigung badisch-württembergischer Narrenzünfte, später umbenannt in Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte. Sie rief wenig später auch die sogenannten „Narrentreffen“ ins Leben, überörtliche Begegnungen von Narren, um deren Vielfalt zu zeigen. Die erste Veranstaltung dieser Art fand 1928 statt.

Kölner Dreigestirn von 1907, Jungfrau, Prinz und Bauer (v.l.n.r.), Foto: dpa

 

Im Südwesten erlebte die Reinszenierung der barocken Fastnachtstradition spätestens seit Beginn des 20. Jahrhunderts einen gewaltigen Aufschwung, zumal sich nun im Geist des Historismus auch die Honoratioren dafür begeisterten. Fastnacht wurde zum Inbegriff lokaler Identität, und in ehemaligen Reichsstädten zugleich zum Erinnerungsmedium an die Souveränität von einst. 1924 konstituierte sich übrigens in Villingen als Antwort auf wiederholte Verbote aus Stuttgart und Karlsruhe wegen der politisch fragilen Lage nach 1918 der älteste noch heute existierende Interessenverband der Fastnacht in Deutschland, die Vereinigung badisch-württembergischer Narrenzünfte, später umbenannt in Vereinigung schwäbisch-alemannischer Narrenzünfte. Sie rief wenig später auch die sogenannten „Narrentreffen“ ins Leben, überörtliche Begegnungen von Narren, um deren Vielfalt zu zeigen. Die erste Veranstaltung dieser Art fand 1928 statt.

Karnevaleske Überbleibsel im Süden

 

Prinz Carneval schreitet in Offenburg 1935 die Front der Ranzengarde ab, Bad Dürrheim, Archiv der VSAN

Wie lange sich das Karnevaleske freilich vereinzelt im Südwesten noch hielt, belegt das Beispiel Offenburg. Die Stadt, deren „Fasent“, wie sie im örtlichen Dialekt heißt, sich heute  betont alemannisch gibt, kannte die ganz selbstverständliche Koexistenz mit der rheinischen Feierform bis in die 1930er-Jahre. Ein Foto von 1935 zeigt, wie der Offenburger Prinz Carneval vor dem Rathaus die Front der Ranzengarde abschreitet. Eine Ranzengarde gab und gibt es nämlich nicht nur in Mainz, wo sie zweifellos den höchsten Popularitätsgrad hat, sondern nach wie vor auch noch in mehreren Fastnachten Südwestdeutschlands.

Prinz Carneval schreitet in Offenburg 1935 die Front der Ranzengarde ab, Bad Dürrheim, Archiv der VSAN

Wie lange sich das Karnevaleske freilich vereinzelt im Südwesten noch hielt, belegt das Beispiel Offenburg. Die Stadt, deren „Fasent“, wie sie im örtlichen Dialekt heißt, sich heute  betont alemannisch gibt, kannte die ganz selbstverständliche Koexistenz mit der rheinischen Feierform bis in die 1930er-Jahre. Ein Foto von 1935 zeigt, wie der Offenburger Prinz Carneval vor dem Rathaus die Front der Ranzengarde abschreitet. Eine Ranzengarde gab und gibt es nämlich nicht nur in Mainz, wo sie zweifellos den höchsten Popularitätsgrad hat, sondern nach wie vor auch noch in mehreren Fastnachten Südwestdeutschlands.

Mummenschanz an Donau und Neckar

 

Haigerlocher Butzen, 21. Jh., Foto: Ralf Siegele www.ralfsiegele.de

 

Das Charakteristikum der schwäbisch-alemannischen Fastnacht sind heute Maskenfiguren mit hochwertigen Holzlarven, die streng der jeweiligen lokalen Überlieferung folgen. In einigen Traditionsorten werden vereinzelt sogar noch Stücke mit einem Alter von bis zu 200 Jahren getragen. Gestalten wie etwa die „Butzen“ von Haigerloch stehen in der direkten Nachfolge der im Lauf der Zeit etwas ästhetisierten vorromantischen Vermummungen, deren Grundformen fast durchweg aus der Epoche des Barock stammen. Nur wenige Narrenfiguren reichen jedoch wirklich noch so weit zurück. Vor allem im 20. Jahrhundert entstanden viele neue Zünfte, die mehr oder weniger sensibel an klassischen Vorbildern anknüpfend eigene Masken und Häser (= Gewänder) entwickelten. Über das inflationäre Wachstum der schwäbisch-alemannischen Fasnet und über die Frage, was darin „echt“, „original“, „historisch“ oder gar „althistorisch“ sei, ist von Praktikern und Wissenschaftlern immer wieder kontrovers diskutiert worden.

Haigerlocher Butzen, 21. Jh., Foto: Ralf Siegele www.ralfsiegele.de

Das Charakteristikum der schwäbisch-alemannischen Fastnacht sind heute Maskenfiguren mit hochwertigen Holzlarven, die streng der jeweiligen lokalen Überlieferung folgen. In einigen Traditionsorten werden vereinzelt sogar noch Stücke mit einem Alter von bis zu 200 Jahren getragen. Gestalten wie etwa die „Butzen“ von Haigerloch stehen in der direkten Nachfolge der im Lauf der Zeit etwas ästhetisierten vorromantischen Vermummungen, deren Grundformen fast durchweg aus der Epoche des Barock stammen. Nur wenige Narrenfiguren reichen jedoch wirklich noch so weit zurück. Vor allem im 20. Jahrhundert entstanden viele neue Zünfte, die mehr oder weniger sensibel an klassischen Vorbildern anknüpfend eigene Masken und Häser (= Gewänder) entwickelten. Über das inflationäre Wachstum der schwäbisch-alemannischen Fasnet und über die Frage, was darin „echt“, „original“, „historisch“ oder gar „althistorisch“ sei, ist von Praktikern und Wissenschaftlern immer wieder kontrovers diskutiert worden.

Korps und Garden am Rhein

 

Karneval in Köln, Rote Funken, 21. Jh., Foto: Daniel Rüdell www.konzert-hofner.com/

 

Die bunte Vielfalt des rheinischen Karnevals, wie sie sich bei den Rosenmontagszügen etwa in Mainz, Düsseldorf, Aachen und Bonn präsentiert, ist in Gänze kaum darstellbar. In Köln kommen am Sonntag noch die Schul- und Veedelszöch hinzu, die Umzugsgruppen der einzelnen Schulen und Stadtviertel. Ein Charakteristikum des Hauptumzugs am Rosenmontag bilden zwischen den aufwändigen Wagen, den Reiter- und Fußgruppen die zahlreichen Uniformträger in den Korps und Garden. Das älteste Traditionskorps in Köln sind die Roten Funken von 1823, hier mit Tanzoffizier und Funkenmariechen bei einem Auftritt in der Köln-Arena.

Karneval in Köln, Rote Funken, 21. Jh., Foto: Daniel Rüdell www.konzert-hofner.com/

Die bunte Vielfalt des rheinischen Karnevals, wie sie sich bei den Rosenmontagszügen etwa in Mainz, Düsseldorf, Aachen und Bonn präsentiert, ist in Gänze kaum darstellbar. In Köln kommen am Sonntag noch die Schul- und Veedelszöch hinzu, die Umzugsgruppen der einzelnen Schulen und Stadtviertel. Ein Charakteristikum des Hauptumzugs am Rosenmontag bilden zwischen den aufwändigen Wagen, den Reiter- und Fußgruppen die zahlreichen Uniformträger in den Korps und Garden. Das älteste Traditionskorps in Köln sind die Roten Funken von 1823, hier mit Tanzoffizier und Funkenmariechen bei einem Auftritt in der Köln-Arena.

Reichsstadtfarben hier wie dort

 

Montage: Narrenengel in Rottweil und Rote Funken in Köln 21. Jh.

Die große Karnevalsmetropole Köln am Rhein und das kleinen Narrennest Rottweil am Neckar könnten unterschiedlicher kaum sein. Und doch gibt es in der fünften Jahreszeit zwischen beiden eine Gemeinsamkeit, die hinter Fastnacht und Karneval die gleichen Sehnsüchte offenbart. Beide Orte, 500 Kilometer voneinander entfernt, waren einst freie Reichsstädte. Und an den närrischen Tagen lebt hier wie dort die Erinnerung eben daran wieder auf. In Köln tragen die Funken von 1823 noch immer die Reichsstadtfarben rot-weiß, und in Rottweil ist der Anführer des Narrensprungs, der sogenannte „Narrenengel“, als bereits in der Reichsstadtzeit belegte Figur ebenfalls bis heute in den Farben rot-weiß gekleidet: Jecken und Narren stehen einander mit ihrem kulturellen Gedächtnis sehr nahe.

Montage: Narrenengel in Rottweil und Rote Funken in Köln 21. Jh.

Die große Karnevalsmetropole Köln am Rhein und das kleinen Narrennest Rottweil am Neckar könnten unterschiedlicher kaum sein. Und doch gibt es in der fünften Jahreszeit zwischen beiden eine Gemeinsamkeit, die hinter Fastnacht und Karneval die gleichen Sehnsüchte offenbart. Beide Orte, 500 Kilometer voneinander entfernt, waren einst freie Reichsstädte. Und an den närrischen Tagen lebt hier wie dort die Erinnerung eben daran wieder auf. In Köln tragen die Funken von 1823 noch immer die Reichsstadtfarben rot-weiß, und in Rottweil ist der Anführer des Narrensprungs, der sogenannte „Narrenengel“, als bereits in der Reichsstadtzeit belegte Figur ebenfalls bis heute in den Farben rot-weiß gekleidet: Jecken und Narren stehen einander mit ihrem kulturellen Gedächtnis sehr nahe.

#visitblackforest – Schwäbisch-alemannische Fasnet, Video: Chris Keller / Schwarzwald Tourismus

http://www.deiters.de – Kölner Karneval Rosenmontag Umzug, Video: Mathias Amling Mathias Amling / deiters - ROSENMONTAG 2019 - DER FILM

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