Tanz und Musik2019-10-28T11:42:41+00:00

Tanz und Musik

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Tanz und Musik

Christliches Mittelalter

»A Hermit praying«, andächtig betender Mönch, Ölgemälde von Gerrit Dou, 87.11 – Minneapolis Institute of Arts

Im christlichen Mittelalter erwartet die Kirche von jedem Menschen, dass er zu bestimmten Zeiten des Tages zur Ruhe kommt, sich besinnt, still ist und betet.

»A Hermit praying«, andächtig betender Mönch, Ölgemälde von Gerrit Dou, 87.11 – Minneapolis Institute of Arts

Im christlichen Mittelalter erwartet die Kirche von jedem Menschen, dass er zu bestimmten Zeiten des Tages zur Ruhe kommt, sich besinnt, still ist und betet.

Tanzender Narr vor König David

Unruhiger Narr, der vor einem betenden König herumtänzelt (Illustration aus einer Psalterhandschrift für Karl VIII., frühes 16. Jh., Paris, Bibliothèque Nationale)

Narren ignorieren das Ideal eines gottgefälligen Daseins: Sie beten nicht, sind immer in Bewegung und stiften Unruhe. Auf Bildern des 15. und 16. Jahrhunderts, der ersten Blütezeit der Narrenidee in Kunst und Literatur, erscheinen Narren daher stets als rastlos herumgaukelnde Gestalten. Oft werden sie von den Künstlern sogar in bewussten Kontrast zu vorbildlich lebenden, frommen Menschen gestellt, die gottesfürchtig sind und in sich selber ruhen. Diesen Gegensatz zwischen Weisheit und Verkehrtheit repräsentiert im Mittelalter übrigens auch das Figurenpaar Herrscher und Hoffnarr.

Unruhiger Narr, der vor einem betenden König herumtänzelt (Illustration aus einer Psalterhandschrift für Karl VIII., frühes 16. Jh., Paris, Bibliothèque Nationale)

Narren ignorieren das Ideal eines gottgefälligen Daseins: Sie beten nicht, sind immer in Bewegung und stiften Unruhe. Auf Bildern des 15. und 16. Jahrhunderts, der ersten Blütezeit der Narrenidee in Kunst und Literatur, erscheinen Narren daher stets als rastlos herumgaukelnde Gestalten. Oft werden sie von den Künstlern sogar in bewussten Kontrast zu vorbildlich lebenden, frommen Menschen gestellt, die gottesfürchtig sind und in sich selber ruhen. Diesen Gegensatz zwischen Weisheit und Verkehrtheit repräsentiert im Mittelalter übrigens auch das Figurenpaar Herrscher und Hoffnarr.

Moriskentanz vor kritischen Zuschauern

Narren beim Moriskentanz vor kritischen Zuschauern, Handschrift 16. Jh., Den Haag, Rijksmuseum Meermanno-Westreenianum, 10 A 11 fol. 48 v.

Nicht selten zeigen bebilderte Handschriften des Spätmittelalters ganze Gruppen von Narren, die wilde Tänze mit exzentrischen Verrenkungen aufführen. Eine zu dieser Zeit besonders häufig praktizierte Form des Schautanzes ist damals der sogenannte Moriskentanz, in dem Narren mit Eselsohrenkappe, Narrenszepter und Schellenriemen nicht fehlen dürfen.

Narren beim Moriskentanz vor kritischen Zuschauern, Handschrift 16. Jh., Den Haag, Rijksmuseum Meermanno-Westreenianum, 10 A 11 fol. 48 v.

Nicht selten zeigen bebilderte Handschriften des Spätmittelalters ganze Gruppen von Narren, die wilde Tänze mit exzentrischen Verrenkungen aufführen. Eine zu dieser Zeit besonders häufig praktizierte Form des Schautanzes ist damals der sogenannte Moriskentanz, in dem Narren mit Eselsohrenkappe, Narrenszepter und Schellenriemen nicht fehlen dürfen.

Narrentanz nach Pieter Bruegel

Narrentanz nach Pieter Bruegel, Kupferstich von Pieter van der Heyden nach Pieter Bruegel, 16. Jahrhundert, Amsterdam Rijksmuseum RP-P-1895-A-18684

Mitunter kann der Narrentanz sich in der Phantasie der Künstler auch zu einem alptraumhaften Massenphänomen steigern, von dem sich immer neue Teilnehmer mitreißen lassen. Eine solche närrische Tanzorgie zeigt zum Beispiel ein Kupferstich nach Pieter Bruegel. Dort scheint der Tanzrausch der Narren nicht mehr zu bremsen.

Narrentanz nach Pieter Bruegel, Kupferstich von Pieter van der Heyden nach Pieter Bruegel, 16. Jahrhundert, Amsterdam Rijksmuseum RP-P-1895-A-18684

Mitunter kann der Narrentanz sich in der Phantasie der Künstler auch zu einem alptraumhaften Massenphänomen steigern, von dem sich immer neue Teilnehmer mitreißen lassen. Eine solche närrische Tanzorgie zeigt zum Beispiel ein Kupferstich nach Pieter Bruegel. Dort scheint der Tanzrausch der Narren nicht mehr zu bremsen.

Narrentanz nach Pieter Bruegel

Narrentanz nach Pieter Bruegel, Kupferstich von Pieter van der Heyden nach Pieter Bruegel, 16. Jahrhundert, Amsterdam Rijksmuseum RP-P-1895-A-18684

Indem die Narren sich gegenseitig an der Nase herumführen oder einander lange Nasen machen, repräsentieren sie letztlich das pessimistische Bild einer närrisch gewordenen Welt, die in allgemeiner Narrheit unterzugehen droht. Die Kugeln, die viele mit sich tragen und von denen einige schon auf dem Boden herumrollen, sollen zugleich Sinnbilder dafür sein, was geschieht, wenn die Welt in der Hand der Narren ist.

Narrentanz nach Pieter Bruegel, Kupferstich von Pieter van der Heyden nach Pieter Bruegel, 16. Jahrhundert, Amsterdam Rijksmuseum RP-P-1895-A-18684

Indem die Narren sich gegenseitig an der Nase herumführen oder einander lange Nasen machen, repräsentieren sie letztlich das pessimistische Bild einer närrisch gewordenen Welt, die in allgemeiner Narrheit unterzugehen droht. Die Kugeln, die viele mit sich tragen und von denen einige schon auf dem Boden herumrollen, sollen zugleich Sinnbilder dafür sein, was geschieht, wenn die Welt in der Hand der Narren ist.

Fastnachtstanz der Metzger in Nürnberg

Fastnachtstanz der Metzger in Nürnberg seit 1449, Kolorierte Zeichnung aus einem Schembartbuch, 16. Jahrhundert, Berlin Staatsbibliothek, Ms. germ. 492, fol. 22v/23r

Wie zu den Narren selbst gehört der Tanz auch zu den närrischen Tagen. Komplizierte Ketten- und Reigentänze prägen schon früh vor allem das Bild der städtischen Fastnacht. In Nürnberg lag das Privileg eines besonderen Tanzes beim Berufsstand der Metzger. Sie führten dort seit 1449 den sogenannten Zämertanz auf, einen Reigen, in dem sich die Teilnehmer demonstrativ an Wurstringen führten. Dass gerade die Metzger eine herausragende Rolle in der Fastnacht spielen, hat einen einfachen, wirtschaftlichen Grund. Da sie ab Aschermittwoch während der gesamten Fastenzeit kein Fleisch mehr verkaufen können, sind sie sechs Wochen lang ohne Einnahmen. Daher dürfen sie – keineswegs nur in Nürnberg – in der Fastnacht nochmals mit spektakulären Aktionen auf sich aufmerksam machen, um ein letztes Mal ihr Geschäft anzukurbeln.

Fastnachtstanz der Metzger in Nürnberg seit 1449, Kolorierte Zeichnung aus einem Schembartbuch, 16. Jahrhundert, Berlin Staatsbibliothek, Ms. germ. 492, fol. 22v/23r

Wie zu den Narren selbst gehört der Tanz auch zu den närrischen Tagen. Komplizierte Ketten- und Reigentänze prägen schon früh vor allem das Bild der städtischen Fastnacht. In Nürnberg lag das Privileg eines besonderen Tanzes beim Berufsstand der Metzger. Sie führten dort seit 1449 den sogenannten Zämertanz auf, einen Reigen, in dem sich die Teilnehmer demonstrativ an Wurstringen führten. Dass gerade die Metzger eine herausragende Rolle in der Fastnacht spielen, hat einen einfachen, wirtschaftlichen Grund. Da sie ab Aschermittwoch während der gesamten Fastenzeit kein Fleisch mehr verkaufen können, sind sie sechs Wochen lang ohne Einnahmen. Daher dürfen sie – keineswegs nur in Nürnberg – in der Fastnacht nochmals mit spektakulären Aktionen auf sich aufmerksam machen, um ein letztes Mal ihr Geschäft anzukurbeln.

Italienische Commedia dell’arte

Tanzende Figuren der italienischen Commedia dell’arte, Kolorierter Kupferstich von Johann Balthasar Probst nach Johann Jacob Schübler, 1729, Privatbesitz

Das Tanzen der Fastnachtsakteure – egal ob sie in der Standardnarrentracht mit Eselohrenkappe oder in berufsständischer Kleidung wie die Nürnberger Metzger auftreten – ist seit jeher ein Kernbestandteil des fastnächtlichen Brauchgeschehens. Wo immer närrische oder narrenähnliche Figuren in Aktion sind, tanzen sie. Das gilt nicht nur für die Fastnachtsbräuche des deutschen Sprachraums, sondern lässt sich in ganz Europa beobachten. Die Figuren der italienischen Commedia dell‘ arte zum Beispiel, die neben ihrer Rolle auf den Theaterbühnen spätestens seit dem 17. Jahrhundert südlich der Alpen auch die wichtigsten Fastnachtsgestalten werden, sind praktisch nur tanzend vorstellbar: Keine zeitgenössische Abbildung, auf der sie nicht musizieren und sich dazu in mehr oder weniger komischen Tanzposen präsentieren.

Tanzende Figuren der italienischen Commedia dell’arte, Kolorierter Kupferstich von Johann Balthasar Probst nach Johann Jacob Schübler, 1729, Privatbesitz

Das Tanzen der Fastnachtsakteure – egal ob sie in der Standardnarrentracht mit Eselohrenkappe oder in berufsständischer Kleidung wie die Nürnberger Metzger auftreten – ist seit jeher ein Kernbestandteil des fastnächtlichen Brauchgeschehens. Wo immer närrische oder narrenähnliche Figuren in Aktion sind, tanzen sie. Das gilt nicht nur für die Fastnachtsbräuche des deutschen Sprachraums, sondern lässt sich in ganz Europa beobachten. Die Figuren der italienischen Commedia dell‘ arte zum Beispiel, die neben ihrer Rolle auf den Theaterbühnen spätestens seit dem 17. Jahrhundert südlich der Alpen auch die wichtigsten Fastnachtsgestalten werden, sind praktisch nur tanzend vorstellbar: Keine zeitgenössische Abbildung, auf der sie nicht musizieren und sich dazu in mehr oder weniger komischen Tanzposen präsentieren.

Maskenzug in der Pariser Fastnacht

Fastnachtszug in Paris nach der Revolution, kolorierter Stich, Paris 1804, Paris, Bibliothèque Nationale, Département des Estampes

Gleiches wie für die Commedia dell‘arte gilt auch für die Fastnachtsfiguren anderer Länder: Sie tanzen leidenschaftlich. Ein Defilée von Masken des 18. Jahrhunderts aus Paris vor der Revolution, zeigt die dortige Tanzbegeisterung. Die groteske Promenade der üppigen Fastnachtstage, der »Jours grasses«, wird angeführt von einer Närrin mit Schellenkostüm und Narrenszepter, die dem seltsamen Umzug leichtfüßig voraustanzt.

Fastnachtszug in Paris nach der Revolution, kolorierter Stich, Paris 1804, Paris, Bibliothèque Nationale, Département des Estampes

Gleiches wie für die Commedia dell‘arte gilt auch für die Fastnachtsfiguren anderer Länder: Sie tanzen leidenschaftlich. Ein Defilée von Masken des 18. Jahrhunderts aus Paris vor der Revolution, zeigt die dortige Tanzbegeisterung. Die groteske Promenade der üppigen Fastnachtstage, der »Jours grasses«, wird angeführt von einer Närrin mit Schellenkostüm und Narrenszepter, die dem seltsamen Umzug leichtfüßig voraustanzt.

Bewegende Traditionen

Rottweiler Narrensprung 1912, Stadtarchiv Rottweil

An der Tradition, dass Fastnachtsnarren tanzen, hat sich bis heute nichts geändert. Im Gegenteil: Tanzbewegungen bis hin zu genau eingeübten Schrittfolgen sind bei traditionellen Fastnachtsumzügen für die Akteure obligatorisch. In jedem Ort des schwäbisch-alemannischen Raums bewegen sich die Narren auf eine spezielle, oft seit Generationen festgelegte Weise. Erst ihr unermüdliches ortstypisches Hüpfen, das im Dialekt als »Jucken« bezeichnet wird, sorgt für den überwältigenden Eindruck der närrischen Massenauftritte und bringt nicht zuletzt die schweren Schellen oder Rollen zum Klingen, die viele Narrentypen auf Lederriemen am Oberkörper tragen. Und erst in Verbindung mit speziell für die Fastnacht komponierten Märschen kommt es wie zum Beispiel beim Narrensprung in Rottweil zu jenem für Zuschauer wie auch für Teilnehmer grandiosen optischen und akustischen Gesamterlebnis, das man so schnell nicht vergisst.

Rottweiler Narrensprung 1912, Stadtarchiv Rottweil

An der Tradition, dass Fastnachtsnarren tanzen, hat sich bis heute nichts geändert. Im Gegenteil: Tanzbewegungen bis hin zu genau eingeübten Schrittfolgen sind bei traditionellen Fastnachtsumzügen für die Akteure obligatorisch. In jedem Ort des schwäbisch-alemannischen Raums bewegen sich die Narren auf eine spezielle, oft seit Generationen festgelegte Weise. Erst ihr unermüdliches ortstypisches Hüpfen, das im Dialekt als »Jucken« bezeichnet wird, sorgt für den überwältigenden Eindruck der närrischen Massenauftritte und bringt nicht zuletzt die schweren Schellen oder Rollen zum Klingen, die viele Narrentypen auf Lederriemen am Oberkörper tragen. Und erst in Verbindung mit speziell für die Fastnacht komponierten Märschen kommt es wie zum Beispiel beim Narrensprung in Rottweil zu jenem für Zuschauer wie auch für Teilnehmer grandiosen optischen und akustischen Gesamterlebnis, das man so schnell nicht vergisst.

Schömberger Polonaise

Schömberger Polonaise, angeführt von großem und kleinem Husaren, Foto: Werner Mezger

In einigen südwestdeutschen Narrenhochburgen gehen die Choreographien der Fastnacht sogar soweit, dass die Aktiven in Häs und Maske einen großen gemeinsamen Tanz aufführen, der bis zu einer Stunde dauern kann. Prominentestes Beispiel hierfür ist
Schömberg bei Balingen, wo die »Polonaise«, mundartlich »Bolanes« genannt, von mehreren hundert Maskierten getanzt wird und eines der zentralen Fastnachtsereignisse ist.

Schömberger Polonaise, angeführt von großem und kleinem Husaren, Foto: Werner Mezger

In einigen südwestdeutschen Narrenhochburgen gehen die Choreographien der Fastnacht sogar soweit, dass die Aktiven in Häs und Maske einen großen gemeinsamen Tanz aufführen, der bis zu einer Stunde dauern kann. Prominentestes Beispiel hierfür ist Schömberg bei Balingen, wo die »Polonaise«, mundartlich »Bolanes« genannt, von mehreren hundert Maskierten getanzt wird und eines der zentralen Fastnachtsereignisse ist.

Die Schömberger Polonaise

Polonaise bei der Schömberger Fastnacht, Video: Werner Mezger

Polonaise bei der Schömberger Fastnacht, Video: Werner Mezger

Kein Tanz ohne Musik

Impressionen zur Fastnachtsmusik. Foto: Andreas Dangel

Tanzen ist nicht möglich ohne Musik. Tatsächlich wird in der Fastnacht musiziert, seit es das Fest gibt. Waren es im Mittelalter noch einfache Instrumente, von primitiven Lärmgeräten über Rummelpott, Dudelsack, Flöte und Trommel bis zur Drehleier, die für die Narren aufspielten, wurden die Melodien der Fastnacht mit der Zeit immer anspruchsvoller. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts, als das vorher wilde Narrenlaufen sich im bürgerlichen Zeitalter mehr und mehr zu wohlgeordneten Umzügen formierte, bildeten sich mit den sogenannten Narrenmärschen spezifische Musikstücke aus, die zum gemeinsamen Marschieren passten. Fast jeder Ort hat inzwischen seinen eigenen Narrenmarsch, von denen einige zu regelrechten Ohrwürmen geworden sind. Populär wurden die Märsche in der Regel erst dadurch, dass man sie militärmusikalisch für Blaskapellen arrangierte.

Impressionen zur Fastnachtsmusik. Foto: Andreas Dangel

Tanzen ist nicht möglich ohne Musik. Tatsächlich wird in der Fastnacht musiziert, seit es das Fest gibt. Waren es im Mittelalter noch einfache Instrumente, von primitiven Lärmgeräten über Rummelpott, Dudelsack, Flöte und Trommel bis zur Drehleier, die für die Narren aufspielten, wurden die Melodien der Fastnacht mit der Zeit immer anspruchsvoller. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts, als das vorher wilde Narrenlaufen sich im bürgerlichen Zeitalter mehr und mehr zu wohlgeordneten Umzügen formierte, bildeten sich mit den sogenannten Narrenmärschen spezifische Musikstücke aus, die zum gemeinsamen Marschieren passten. Fast jeder Ort hat inzwischen seinen eigenen Narrenmarsch, von denen einige zu regelrechten Ohrwürmen geworden sind. Populär wurden die Märsche in der Regel erst dadurch, dass man sie militärmusikalisch für Blaskapellen arrangierte.

Narrenmärsche an der Fastnacht

Stadtmusik Elzach an Fastnacht, Foto: Ralf Siegele

Unter den Narrenmärschen gibt es regelrechte Klassiker. Längst sind auch einige Stadtmusiken in ihren fastnächtlichen Uniformen zu festen Größen geworden. Besonders pittoresk tritt etwa die Stadtmusik Elzach mit ihren als »Tschako« bezeichneten spitzen Hüten auf, und der Fastnachtsmarsch, den sie spielt, gehört zu den markantesten und eingängigsten in ganz Südwestdeutschland.

Stadtmusik Elzach an Fastnacht, Foto: Ralf Siegele

Unter den Narrenmärschen gibt es regelrechte Klassiker. Längst sind auch einige Stadtmusiken in ihren fastnächtlichen Uniformen zu festen Größen geworden. Besonders pittoresk tritt etwa die Stadtmusik Elzach mit ihren als »Tschako« bezeichneten spitzen Hüten auf, und der Fastnachtsmarsch, den sie spielt, gehört zu den markantesten und eingängigsten in ganz Südwestdeutschland.

Guggemusik – die schräge Parodie

Guggemusig, Foto: Ralf Siegele www.ralfsiegele.de

Die im wilhelminischen Deutschland schnell um sich greifende Mode, das Fastnachtsgeschehen mit Marschmusik zu begleiten, stieß in der Schweiz auf wenig Gegenliebe. Angeblich als Parodie auf allzu militaristisch anmutende deutsche Zack-Zack-Musik sind daher in und um Basel die Guggemusiken entstanden, ein Schweizer Charakteristikum, bei dem anstelle von perfekt intonierten Melodien aus blitzblanken Instrumenten bewusst schräge Töne aus abenteuerlich verbeulten Blech erzeugt werden, deren Lautstärke kaum überbietbar ist – die eidgenössische Antwort auf deutsche Militärmusik.

Guggemuusig, Foto: Ralf Siegele www.ralfsiegele.de

Die im wilhelminischen Deutschland schnell um sich greifende Mode, das Fastnachtsgeschehen mit Marschmusik zu begleiten, stieß in der Schweiz auf wenig Gegenliebe. Angeblich als Parodie auf allzu militaristisch anmutende deutsche Zack-Zack-Musik sind daher in und um Basel die Guggemusiken entstanden, ein Schweizer Charakteristikum, bei dem anstelle von perfekt intonierten Melodien aus blitzblanken Instrumenten bewusst schräge Töne aus abenteuerlich verbeulten Blech erzeugt werden, deren Lautstärke kaum überbietbar ist – die eidgenössische Antwort auf deutsche Militärmusik.

Basler Fasnacht

»Guggenmusik. Basler Fasnacht 2016«, Video: Youtube | Fasnacht

»Guggenmusik. Basler Fasnacht 2016«, Video: Youtube | Fasnacht